Fragen zu Ihrer Situation
Reicht Wahrscheinlichkeit mal Auswirkung für jedes Risiko?
Eine Matrix kann priorisieren, bildet aber nicht jede Unsicherheit oder Abhängigkeit ab. Skalen, Datenquellen und Entscheidungsgrenzen sind zu erklären; seltene schwere oder gekoppelte Risiken brauchen zusätzliche Analyse. Methode und benötigte Entscheidung müssen zusammenpassen.
Welche Abteilung hat recht, wenn zwei Teams dasselbe Risiko anders bewerten?
Zuerst sind Risikodefinition, Zeitraum, betroffener Bereich und Skalen abzugleichen. Verschiedene Sichtweisen können nützlich sein; Belege, Annahmen und Unsicherheit werden offen dokumentiert. Ziel sind gemeinsame erklärbare Kriterien, nicht erzwungene Gleichwerte.
Darf das Restrisiko nach dem Niederschreiben einer Kontrolle automatisch sinken?
Es braucht Nachweis, dass die Kontrolle umgesetzt, geeignet und wirksam ist. Geplante und laufende Kontrollen sind zu unterscheiden; Verantwortung, Häufigkeit, Überwachung und Ausfallbedingungen müssen feststehen. Ein Verfahrenssatz beweist keine Risikominderung.
Kann Lieferantenrisiko vollständig vertraglich übertragen werden?
Ein Vertrag verteilt Verantwortung, beseitigt aber nicht alle Liefer-, Qualitäts- oder Reputationsfolgen. Alternativen, Bestand, Überwachung und Reaktion sind zu betrachten. Zwei Lieferanten mit derselben Unterquelle sind keine echte Diversifizierung.
Gibt ISO-31000-Schulung unserem Unternehmen eine Risikomanagementzertifizierung?
ISO 31000 ist eine Leitlinie und keine zertifizierbare Managementsystemnorm. Ein Schulungsnachweis betrifft Teilnahme oder Lernergebnis eines Kurses; betriebliche Reife wird gesondert bewertet. Angebote müssen Schulung, Beratung und unabhängige Prüfung korrekt trennen.
Reicht eine jährliche Aktualisierung des Risikoregisters?
Häufigkeit folgt Risikoart und Veränderungsgeschwindigkeit. Neue Produkte, Vorschriften, Vorfälle oder Lieferanten können Zwischenprüfungen verlangen. Ein geeignetes Programm umfasst Überwachung und Neubewertung, nicht nur die Ersttabelle.